Die Leader Region Südsteiermark 2014-2020

Anerkennung der Leader Region durch BM Rupprechter
Anerkennung der Leader Region durch BM Rupprechter

Seit dem Jahr 2000 war die Südsteiermark mit der Fläche des Naturparks eine anerkannte Leader Region. Jetzt wurde das Gebiet über den Naturpark hinaus erweitert und 18 Gemeinden des Bezirks Leibnitz wollen gemeinsam aktiv an der Weiterentwicklung der Südsteiermark arbeiten.

Leader ist eine Fördermaßnahme der Europäischen Union zur Unterstützung von modellhaft innovativen Aktionen im ländlichen Raum. Das bedeutet, dass EU-Gelder über das Land Steiermark und die lokale Drehscheibe LAG Südsteiermark in die Region fließen.

LEADER wird über das neue Regionalressort des Landes Steiermark als landesverantwortliche Stelle mit dem ressortverantwortlichen Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Michael Schickhofer abgewickelt.

Was ist LEADER:
Frz.: Liaison entre actions de dévelopment de l’economie rurale
Dt.: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website der Regionalmanagement Südweststeiermark GmbH.   

  


Lokale Entwicklungsstrategie (LES) Südsteiermark

Die Südsteiermark wurde mit 01. Juni 2015 für den Zeitraum dieser EU-Förderperiode 2014-2020 vom Bundesministerium für ein lebenswertes Österreich als eine sogenannte „Lokale Leader-Aktionsgruppe“ (kurz LAG) anerkannt. Im Zuge dessen wurden der Region Fördermittel von Bund, Regionalressort und der EU bis 2020 zugesichert, die dafür verwendet werden sollen, die lokale Entwicklungsstrategie umzusetzten. 

Zukunft Leader Südsteiermark:

Im Zuge des Leitbildprozesses wurde unter Einbindung von lokalen Akteur/innen ein Entwicklungsleitbild für die Großregion Südweststeiermark erarbeitet. Dabei wurden auch Leader-relevante Themen behandelt, im Hinblick auf die Anforderungen der geplanten Leader-Regionen verdichtet und dadurch mit Hilfe einiger Kleingruppensitzungen eine lokale Entwicklungsstrategie (LES) für die Südsteiermark entworfen. Diese Strategie war der Kern eines mehrstufigen Auswahlprozesses des Bundesministeriums für ein Lebenswertes Österreich.

Mit Umsetzung der Lokalen Entwicklungsstrategie Südsteiermark soll durch vernetzte, innovative Projekte und Prozesse das Ziel einer ökologisch, sozial und wirtschaftlich intakten Region erreicht werden. Dieser Ansatz ist für die Südsteiermark umso wichtiger, da gerade auch in touristischer Hinsicht das Miteinander von Weinbau und intakter Natur- und Kulturlandschaft ein besonderes Merkmal unserer Region darstellt.

Die Strategie teilt sich in drei Aktionsfelder:

Im Aktionsfeld 1: Wertschöpfung, sollen Projekte umgesetzt werden, die zu einer Erhöhung der Regionalen Wertschöpfung beitragen. Dafür wurden die Aktionsfeldthemen „Marke Südsteiermark“, „Regionale Produkte und Spezialitäten“ und „Bauen – damals und heute“.

Das Aktionsfeld 2: Natürliche Ressourcen und kulturelles Erbe beschäftigt sich mit den Aktionsfeldthemen „Biodiversität und Kulturlandschaft“ sowie „Kultur – Tradition und Moderne“ und soll den Erhalt unserer prädikatisierten Natur- und Kulturlandschaft sowie unsere Traditionen und regionale Kultur unterstützen und weiterentwickeln.

Im Aktionsfeld 3: Gemeinwohl – Strukturen und Funktionen wird das Spektrum der Themen um einen sozialen Bereich ergänzt. Hier gibt es die Aktionsfeldthemen „Lernen und Beziehungskulturen“, „Mobilität für Jung und Alt“ und „Neues Leben in alten Kernen“.

Leader-Projekte werden meistens vernetzt geplant und haben so positive Auswirkungen auf verschiedene Bereiche der Entwicklung der Südsteiermark.  


Lokale Entwicklungsstrategie Südsteiermark 2014-2020

LES_Suedsteiermark.pdf


Leader-Projekte im Naturpark

In den Perioden 2000-2006 sowie 2007-2013 nahm der Naturpark Südsteiermark flächenmäßig deckungsgleich als Träger der Leader-Region am LEADER Programm der Europäischen Union teil.

Die damalige LAG Naturpark Südsteiermark legte in den vorigen Perioden einen Schwerpunkt auf die Themen des Naturparks und hat viele Projekte im Bereich Kulturlandschafts- und Artenerhalt sowie einige touristische Vorhaben unterstützt.

In der Leader-Periode 2007-2013 wurden verschiedene integrative Kooperationsprojekte im Naturpark durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt auf die Förderung von Urlaub am Bauernhof gelegt. Außerdem wurden einige Einzelbetriebliche Förderungen (z.B. Hopfentrocknungsanlagen) genehmigt. 

Touristische Angebotsentwicklung:

Gästen aus dem In- und Ausland ist die Südsteiermark schon längst ein Begriff. Bekannt ist sie für die besondere Landschaft und das ausgezeichnete kulinarische Angebot. Über  Leader-Förderungen konnten weitere Anziehungspunkte geschaffen werden. So wurden durch das „Naturparkzentrum Grottenhof“ ein Eingangsportal zum Naturpark sowie ein überregional bedeutender Veranstaltungsort geschaffen. Das Regioneum bietet außerdem einen Einblick in die Geschichte unserer Region.

In Gamlitz wurde der europaweit größte „Motorikpark“ errichtet, der Menschen aller Altersstufen ein besonderes Erlebnis bietet und gleichzeitig ihre Gesundheit fördert.

Das Projekt „Terroir erleben“ widmete sich dem Zusammenhang zwischen Boden und (Wein-)Geschmack und bietet die Möglichkeit sich interaktiv weiterzubilden und gleichzeitig das gewonnene Wissen mit Genuss, einem Picknick im Weingarten auf speziellen Möbeln, zu festigen.

Kulturlandschaftserhalt:

Der Erhalt der Kulturlandschaft des Südsteirischen Weinlands ist eines der Hauptanliegen des Naturparks. So konnten der „Verein für Landschafts- und Weidepflege“ erneut unterstützt und der Rassenerhalt des „Sulmtaler Huhns“ weiterhin gewährleistet werden. Um die Vielfalt unseres Naturparks für alle sichtbar zu gestalten, wurde das Projekt „Blumenreich Straßenrand“ ins Leben gerufen. In der zweiten Phase wurde ein Wildpflanzen-Saatgut erstellt und vertrieben, sowie die Pflege bestimmter Straßenabschnitte durch die teilnehmenden Gemeinden dahingehend optimiert, das der Fortbestand bunter Blumenwiesen im Naturpark unterstützt wurde.

Tradition, Kultur und Bewusstseinsbildung:

Der Verein Mythenreich Archäologiepark Südsteierisches Weinland beschäftigt sich seit langer Zeit mit den Geschichten und den Traditionen des Naturparks. Über Leader konnten dabei in einem Rahmenprojekt der „Generationenpark Heimschuh“, die Veranstaltungsserie „Klassik trifft Volksmusik“ in St. Johann, das Projekt „Vulgonamen“ in St. Nikolai i.S., die Dialektsammlung „Unsere Sprache-unsere Seele“ und die Errichtung  „Naturerlebnis Altenbachklamm“ unterstützt werden. Außerdem entstand außerdem durch die „Traditions- und Genussschule“ eine Wissenssammlung zur Südsteiermark, die in Bild, Ton und Schrift online zur Verfügung steht.

Die „Naturpark-Schulen“ bildeten einen Schwerpunkt der auslaufenden Leader-Periode. So wurde mit 24 Schulen über Vorträge, Projekte, Exkursionen und Veranstaltungen zum Thema Natur gearbeitet.

Mit dem Thema Bauen im Landschaftsschutzgebiet beschäftigt sich das Projekt „Plattform Baukultur“ und der „Bewusstseinsbildungsprozess“ der Landentwicklung Steiermark. Die durch das Projekt eingesetzten Gestaltungsbeiräte besitzen inzwischen Vorzeigecharakter für die gesamte Steiermark.

Ein archäologisches Projekt wurde mit der „Römervilla Retznei“ verwirklicht. Der Verein ASIST revitalisierte dabei ein Rauchstubenhaus und erstellte eine Ausstellung über die Zeit der Römer und Kelten.

Diversifizierung in der Landwirtschaft (Einzelbetriebliche Förderungen):

In der ländlichen Entwicklung ist die Förderung landwirtschaftlicher Betriebe ein fortwährender Schwerpunkt. Dafür gab es die Möglichkeit einzelbetriebliche Förderungen in Anspruch zu nehmen. Diese Gelegenheit nutzten viele Betriebe um sich weiterzuentwickeln, neue Angebote zu schaffen und Arbeitsprozesse zu optimieren.

Durch die Förderung von „Urlaub am Bauernhof“ konnten 29 landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Weiterentwicklung zum touristischen Anbieter unterstützt werden. So wurde in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer quer über den Naturpark beraten, entwickelt und umgebaut. Erweitert wurde über das Projekt „Produktionsschaufenster“ auch der Seminarbereich des Frischehofs. Im Bereich „Hopfentrocknung“ konnten 3 Pilotanlagen gebaut werden. Als besonders erfolgreich hat sich auch die Errichtung des „Naturgarten Amtmanns“ erwiesen. Dieser Naturgarten ist barrierefrei zugänglich. Die daraus gewonnene Ernte wird zu Naturparkspezialitäten weiterverarbeitet.

Innovation und Produktentwicklung:

Um Innovation, vor allem auch im landwirtschaftlichen Bereich zu unterstützen, wurde das Projekt „Innovative Produktentwicklung“ durchgeführt. Hierbei wurden am Biohof Wunsum eine „Lavendel-Destille“ und eine Kräuter-Siebanlage entwickelt und gebaut. Dadurch können einerseits Produkte im Bereich Lavendel neu gestaltet werden, andererseits haben landwirtschaftliche Betriebe die Möglichkeit Lavendelanbau zu betreiben und die Destille für kleinere Mengen zu mieten. Außerdem schlossen sich 8 Bioweinbauern unter der Marke „Südherz“ zusammen, um eine gemeinsame Biowein-Linie aus dem Naturpark zu entwickeln, Know-How auszutauschen und eine Marketingstrategie zu erschaffen.

 

Auszug aus der Projektliste 2007-2013:

·         Plattform Baukultur 2007-2013

·         Nachhaltiger Bewusstseinsbildungsprozess zum Projekt Baukultur im Südsteirisches Weinland

·         Naturparkschulen im Naturpark Südsterisches Weinland Phase II

·         Naturparkzentrum Grottenhof

·         ARGE Blumenreich Phase II

·         Mythenreich Archäologiepark Südsteirisches Weinland - Modul II

          ° Generationenpark Heimschuh

          ° Klassik trifft Volksmusik

          ° St. Nikolai Vulgonamen

          ° Traditions- und Genussschule

          ° Unsere Sprache unsere Seele

          °  Altenbachklamm

·         Mythenreich Archäologiepark Südsteirisches Weinland - Innovative Produktentwicklung

          ° Bio-Wein

          ° Lavendel

·         Mythenreich Archäologiepark Südsteirisches Weinland - Kultur (Villa Retznei)

·         Mythenreich Südsteirisches Weinland - Sulmtaler Huhn

·         Motorikpark - Landschaftsteiche Gamlitz

·         Kleinregionale Agenda - Rebenland: Begleitung

·         Produktionsschaufenster Frischehof

·         Naturgarten Amtmann

·         Verein für Landschafts- und Weidepflege: Phase 1: Produktentwicklung

·         Terroir erleben -  Beschilderung und Vernetzung im Rahmen des Projektes

·         Terroir erleben - Prozesssteuerung/Gestaltung