„Biotop Streuobstwiese: Biodiversitätserhalt = Kulturlandschaftsschutz“

Der Natur- und Kulturlandschaftsschutz bildet die fachliche Basis und Kernaufgabe eines Naturparks. Das neue Naturparkprojekt „Biotop Streuobstwiese: Biodiversitätserhalt = Kulturlandschaftsschutz“, gefördert vom Referat Naturschutz Steiermark, ist eine dringend notwendige Maßnahme um nicht nur den Verlust der Streuobstwiesenflächen zu stoppen, sondern diese auch zu revitalisieren, neu anzulegen und damit aktiv Naturschutz zu betreiben.

In enger Zusammenarbeit mit der Obst- und Weinbauschule Silberberg wurden in diesem Projekt Planungen zum zukünftigen Kursangebot rund um das Thema Streuobstwiesen durchgeführt. Herr Dir. Anton Gumpl sieht die Themen Pflege, Neuanlage, Verarbeitung als besonders wichtig an. Der Naturpark möchte diese Seminare auch nutzen um ein Netzwerk mit den interessierten Bürgern aufzubauen und mit ihnen gemeinsam neue Absatzmärkte für Streuobst in der Region zu etablieren. Denn die zentralen Probleme im Zusammenhang mit Streuobst sind neben den sehr geringen Erlösen aus dem Obstverkauf auch die sehr aufwendige Pflege der Streuobstwiesen. Oft wurden im steilen Gelände Halbstammbäume gepflanzt, durch die es jetzt nicht mehr möglich ist mit zeitsparenden landwirtschaftlichen Geräten die Wiesen zu mähen. Das Team um Ilse Freidorfer von der Lebenshilfe Leibnitz hat sich in den letzten Jahren Know-How im Bereich Streuobst angeeignet, so können tatkräftige Hilfskräfte den Streuobstwiesenbesitzern zur Seite gestellt werden. Um die überalterten Obstbaumbestände zu revitalisieren, werden tausend Baumsetzlinge (Halb- und Hochstamm) an die Naturparkbürger verteilt. Alte regionale Obstsorten werden dadurch gefördert und sind ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Landschaftsbildes und der Artenvielfalt. Herr Johann Reiter, Bezirksstellenleiter der Berg- und Naturwacht, baut in diesem Zusammenhang mit seinen Kollegen Nistkästen für die stark gefährdeten Arten Wiedehopf, Zwergohreule und Wendehals. Mit dem Absterben der alten Bäume und den jahrelangen fehlenden Neupflanzungen ging diesen Vögeln der Lebensraum verloren. Für GF Matthias Rode ist es wichtig, dass mit dieser Aktion eine Bewusstseinsbildung in der Naturparkregion von statten geht, hin zu einer Wertschätzung und Wertschöpfung des wichtigen Kulturlandschaftselements Streuobstwiese. Und dies eben nicht rein aus naturschutzfachlicher, sondern auch aus ökonomischer und touristischer Sicht. So können die Bürger davon ebenfalls profitieren, denn unter dem Motto Schützen durch Nützen produzieren einige Naturparkgemeinden ihren eigenen „Naturpark Opflsoft“. Naturpark Obmann Bürgermeister Reinhold Höflechner erklärt, dass jede(r) GemeindebürgerIn seine/ihre Streuobstäpfel in das jeweilige Gemeindezentrum bringen kann, um dann, nach zwei bis drei Wochen und entsprechend der gelieferten Menge Äpfel, seinen/ihren Apfelsaft abholen zu können. Die Gemeinden unterstützen diese Aktion mit einem finanziellen Zuschuss zu den Produktionskosten, sodass für einen Liter Apfelsaft nur 50 Cent in der Gemeinde zu bezahlen sind (zzgl. 30 Cent Flaschenpfand)!

  • 2400 Baumsetzlinge für die Naturpark BürgerInnen
  • Halb- und Hochstämme alter regionaler Sorten