ReNature³
Die Naturparke Südsteiermark, Jauerling-Wachau und Rosalia-Kogelberg arbeiten im Projekt ReNature³ gemeinsam daran artenreiche Kulturlandschaften durch gezielte Maßnahmen zu erhalten und wiederherzustellen. Im Mittelpunkt stehen der Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten sowie die Förderung des Biotopverbunds – also der Vernetzung wertvoller Lebensräume. Damit leisten die Naturparke einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung und der österreichischen Biodiversitätsstrategie 2030+.
Durch Zusammenarbeit mit Landwirt*innen, Gemeinden und Partnerbetrieben werden Feuchtwiesen, Streuobstbestände und Wiesen gepflegt, revitalisiert und als Rückzugsräume für seltene Arten gesichert. Jede Region bringt ihre Besonderheiten ein; gemeinsam stärken sie den Artenschutz und sorgen dafür, dass Lebensräume durch regionale Wertschöpfung und nachhaltige Bewirtschaftung langfristig erhalten bleiben.

Informationen zum Projekt
Projektträger*innen
ARGE Naturparke Jauerling-Wachau, Rosalia Kogelberg und Südsteiermark
Projektlaufzeit
01/2026 – 12/2028
Förderung / Finanzierung
ELER
ReNature³ im Naturpark Südsteiermark:
Lebensraumvielfalt sichern & Biodiversität stärken
Der Naturpark Südsteiermark prägt mit seiner einzigartigen Hügellandschaft und dem Mosaik aus Weingärten, Streuobstwiesen, Wiesen und Feuchtbiotopen eine der artenreichsten Kulturlandschaften Österreichs. Diese Vielfalt ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger extensiver Landnutzung und Pflege. Doch dieser Schatz ist bedroht: Der Rückzug der Landwirtschaft in kleinstrukturierten Bereichen, die intensivierte Nutzung oder Nutzungsaufgabe gefährden traditionelle Biotoptypen wie magere Wiesen, Streuobstbestände und Feuchtwiesen – Lebensräume, die für eine Vielzahl spezialisierter Pflanzen- und Tierarten von entscheidender Bedeutung sind.
Mit dem Projekt ReNature³ und dem Managementplan des Naturparks, der den Erhalt und die Wiederherstellung wertvoller Lebensräume als zentrales Ziel formuliert, setzen wir gezielt Maßnahmen, die direkt der biologischen Vielfalt und der Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung zugutekommen.

Rückgang extensiver Lebensräume und deren hydrologischer Funktionen
Besonders Feuchtwiesen und Flachwasserbiotope sind in unserer Region stark gefährdet. Sie übernehmen wichtige ökologische Funktionen: Als Nährstoff- und Schadstoffpuffer etwa entlang von Bächen oder als Wasserspeicher und als Rückhalteflächen bei Starkregenereignissen. Sie tragen zum Schutz des Grundwassers und zur Trinkwasserversorgung bei und schaffen ein stabiles Mikroklima und reduzieren Hochwasserrisiken. Gleichzeitig sind sie Rückzugsorte für seltene Arten wie das Gefleckte Knabenkraut, die Sumpfstendelwurz oder den hoch spezialisierten Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Ohne aktive Pflege drohen diese Lebensräume zu verlanden, zu verbuschen und zu verschwinden.
Unsere Maßnahmen für den Artenschutz und den Biotopverbund
Im Rahmen von ReNature³ und auf Basis des Naturpark-Managementplans werden im Südsteirischen Naturpark folgende Schwerpunkte umgesetzt:
Wiederherstellung und Revitalisierung von Feuchtwiesen und Flachwasserbiotopen
Systematische Kartierung und Erhebung wertvoller Wiesenflächen
Bildungs- und Naturvermittlungsangebote
Beitrag zur EU-Wiederherstellungsverordnung und nationale Strategie
Auf ausgewählten Pilotflächen werden Feuchtstandorte wiedervernässt und als vielfältige Biotope gestaltet. Wir schaffen strukturreiche Flachwasserzonen mit standortgerechter Initialbepflanzung, um Amphibien, Reptilien und Insekten sowie seltenen Pflanzen optimale Lebensbedingungen zu bieten und die Vernetzung von Rückzugsräumen zu stärken.
Um Managemententscheidungen gezielt steuern zu können, führen wir eine umfassende Kartierung durch, die Größe, Zustand und Lage extensiver Wiesen und Feuchtgebiete dokumentiert. Diese Daten helfen, weitere Prioritäten zu setzen und die Umsetzung der Wiederherstellungsziele laufend zu überprüfen.
Mit Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche aus Naturparkschulen und Naturpark-Kindergärten sensibilisieren wir für die Bedeutung von nachhaltiger Landnutzung und Artenvielfalt. Die Bildungsarbeit stärkt das Bewusstsein und die Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen in der Bevölkerung.
Die im Managementplan verankerten Maßnahmen und das Projekt ReNature³ entsprechen den Zielen der EU-Wiederherstellungsverordnung, die die Wiederherstellung geschädigter und beeinträchtigter Lebensräume und die Stärkung des Biotopverbundes europaweit vorantreibt. Durch die schrittweise Revitalisierung und Vernetzung ökologisch wertvoller Flächen leistet der Naturpark Südsteiermark einen effektiven Beitrag zur Biodiversitätsstrategie Österreich 2030+ und bringt die Ziele des Schutzes und der Wiederherstellung direkt auf die Fläche.
Der Naturpark Südsteiermark zeigt mit ReNature³, wie Naturschutz, Landbewirtschaftung und regionale Kooperation Hand in Hand gehen können. Durch gezielte Lebensraumwiederherstellung und Biotopverbund werden nicht nur seltene Arten geschützt, sondern auch die ökologische Funktion der Landschaft langfristig gesichert. Unsere Arbeit hilft, die Ziele der EU-Wiederherstellungsverordnung vor Ort zu erfüllen – für eine lebendige, klimaresiliente und vielfältige Südsteiermark.
Das Projekt „ReNature³“ wird im Rahmen des Österreichischen Programms für Ländliche Entwicklung und mit Mitteln des Bundes, des Landes Steiermark sowie der Europäischen Union kofinanziert.

DI (FH) Kilian Cresnik
Regionalmanager – Naturpark Südsteiermark
+43 664 88524705
k.cresnik@naturpark-suedsteiermark.at



