Regionale Wildgehölzvermehrung im Naturpark Südsteiermark

NEU NEU NEU – Erstmals heimische und regionale Weiden in der Region

Die österreichischen Kulturlandschaften und die südsteirische im Speziellen, leiden schon seit geraumer Zeit an landschaftlicher Verarmung. Durch den wirtschaftlichen Druck dominiert die intensivierte Landwirtschaft mit Monokulturen. In den Niederungen findet man riesige zusammenhängende Ackerflächen ohne jegliche Feldraine und -hecken zwischen den einzelnen landwirtschaftlichen Schlägen. Im Hügelland wiederum prägen große zusammenhängende Weinmonokulturen das Landschaftsbild. Hier fehlen ebenfalls die früher üblichen begrenzenden Hecken und einzelnen Obstbäume (zum Beispiel Weingartenpfirsich).

Seit einigen Jahren gibt es wieder vermehrt Initiativen zum Beispiel der Jäger*innen- und Jägerschaft und anderer engagierter Gruppen, diese Landschaftselemente wieder auszusetzen und/oder zu pflegen. Die Vielfalt an Heckenpflanzenarten (Steiermark ca. 230, Südsteiermark ca. 170) der heimischen Natur wird meist, bei den im Handel erhältlichen Sträuchern, jedoch bei weitem nicht abgedeckt. Die handelsüblichen Arten sind beispielsweise nicht so widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse (Trockenheit etc.) weil sie oft nicht aus regionalem Saatgut gezogen wurden. Vier naturschutzfachlich interessante Arten der Südsteiermark sind beispielsweise Blumen-Esche (Fraxinus ornus), Garten-Geißblatt (Lonicera caprifolium), Flaum-Eiche i.w.S. (Quercus pubescens) oder Feld-Rose (Rosa arvensis), wer hat die schon im Garten stehen?

Auch wenn man möglichst vielen heimischen Tierarten einen Lebensraum und Futter bieten möchte, ist es von essenzieller Wichtigkeit möglichst viele verschiedene der heimischen Heckenpflanzenarten in Zukunft wieder in der Landschaft auszupflanzen. Vor allem unter den Insektenarten gibt es eine Vielzahl an Spezialistinnen und Spezialisten, die auf einzelne Pflanzenarten in zumindest einem Entwicklungsstadium angewiesen sind.

 

Der Naturpark sucht wild wachsende, NICHT gepflanzte Gehölze

Kennen Sie Standorte oder Bestände von folgenden Gehölzen, bitte melden Sie sich unter a.toth@naturpark-suedsteiermark.at.
Einige Bestände wurden bereits kartiert (fett).

Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)
Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana)
Breitblatt- Spindelstrauch, Pfaffenhütchen (Euonymus latifolius)
– Faulbaum (Frangula alnus)
– Gewöhnliche Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
– Holz-Apfel (Malus sylvestris s.str.)
Schlehe (Prunus spinosa)
– Holz-Birne (Pyrus pyraster)
– Purgier-Kreuzdorn. Echter Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
Hunds-Rose i.w.S., Hagebutte (Rosa canina)
– Hecken-Rosa i.w.S. (Rosa corymbifera)
Schwarzer Hollunder (Sambucus nigra)
– Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Gewöhnlicher Schneeball (Virburnum opulus)

– Weiden (Salix sp.)

 

Der Naturpark sucht Saatgut-Besammler*innen und Baumschulen

Das Projekt hat das Ziel über das Sammeln, Aufziehen, und Pflanzen von südsteirischen Wildgehölzen zu mehr Artenvielfalt beizutragen und gleichzeitig die südsteirische Kulturlandschaft mit mehr grüner Infrastruktur zu stärken. Für die Vermehrung verschiedenster Heckenpflanzen sucht der Naturpark motivierte Bürger*innen die beim Sammeln der Früchte helfen, genauso wie Baumschulen, die sich um die Aufzucht kümmern. Bitte melden Sie sich unter a.toth@naturpark-suedsteiermark.at

Was braucht es, um zertifizierte regionale Gehölze vermarkten bzw. kaufen zu können?

 

Zeitplan

Förderwerber: Regionalmanagement Südweststeiermark GmbH – Naturpark Südsteiermark

Projektbeginn: 01.01.2021

Projektende: 31.12. 2023

 

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